Ahn an der Mosel

Ahn wird erstmals 1245 urkundlich erwähnt, scheint also erheblich jünger als die meisten Moseldörfer. In den folgenden Jahrhunderten entfaltet sich Ahn langsam und zählt heute knapp 200 Einwohner. Die gepflegten Winzerhäuser finden sich charmant eingebettet inmitten der Weinberge. Die Weinberge und die daraus gezauberten Weine, sind es dann auch, die Ahn so bekannt gemacht haben, auch über die Grenzen Luxemburgs hinaus. Heute ist Ahn das Dorf mit den meisten Erzeugerabfüllern an der Luxemburger Mosel. In den modernen und doch gemütlich ausgestatteten Probierstuben, teilen die Winzer gerne ihre Begeisterung mit Weinfreunden aus aller Welt. Als Ahn 2005die Auszeichnung „village fleuri“ erhielt, zeigen sich die sonst eher zurückhaltenden Bewohner verständlicherweise sehr stolz. Touristisch ist dieser kleine Ort also durchaus interessant. Auch wegen dem beschilderten Wanderweg, der viele nützliche Informationen über Flora und Fauna bereithält. Mit festem Schuhwerk führt dieser 5 km quer durch den Palmberg: ein wahres Highlight für Botaniker! Das mediterrane Mikroklima an der Südseite der Felsformation fördert nämlich, neben dem hierwachsenden Buchsbaum ebenfalls seltene, geschützte Orchideenarten. Wer es gastronomisch mag, wird in Ahn richtig verwöhnt. Neben der kleinen, gemütlichen Gastwirtschaft für gesellige Runden gibt es außerdem ein international ausgezeichnetes Spitzenrestaurant... Auch Sie werden von der Ruhe und dem speziellen Flair in Ahn begeistert sein!

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Bech-Kleinmacher

Bech-Kleinmacher ist eine Geschwistersiedlung: Ursprünglich waren es zwei Moseldörfer, mit zwei Kapellen. Am Pestkreuzteilte sich die Ortschaft. Im Laufe der Zeit verschmolzen beide Orte und vor rund hundert Jahren wurde eine gemeinsame Kirche gebaut. Obwohl der Ort im Volksmund Bechmacher genannt wird, bleiben die Einheimischen bei der Zweiteilung. Ein Becher bleibt ein Becher, und ein Macher will nicht als Becher gelten. Der sehr frühe Ursprung der Siedlung geht aus verschiedenen Funden hervor. Der Wichtigste wurde 1927 gemacht, als zwischen Bech-Kleinmacher und Schwebsingen ein Friedhof aus der Urnenfelderzeit (1250 bis 750 v. Chr.) ausgegraben wurde. Hauptanziehungspunkt des Ortes ist das Possenhaus, ein Privat-Museum, das 1972 von Dr. Kayser, dem Besitzer des Hauses eröffnet wurde. Das alte Possenhaus stammt aus dem Jahr 1617 und wurde 1965 durch den Kauf von Dr. Kayser vor dem Abriss gerettet. In jahrelanger Kleinarbeit restaurierte Dr. Kayser das Haus und richtete es liebevoll ein. 1977 wurde das Muedelshaus angegliedert und 1979 kamen der Saal Nico Klopp und ein Weinausschank hinzu. „A Possen“ birgt heute eine sogenannte „Schwarzküche“ mit Backofen und Küchengeräten aus der Zeit der Französischen Revolution, eine „Stuff“ (Wohnzimmer) mit schönen alten Möbeln und Bildern, ein antikes Schlafzimmer mit Himmelbett, eine Milchkammer, eine Webstube und eine Spielzeugausstellung. Im eigentlichen Weinmuseum sind historische Winzerwerkzeuge ausgestellt. Man kann ein Küferatelier und eine alte Brennerei besichtigen. Im anliegenden Muedelshaus, sind ein altes Schusteratelier, eine gewölbte Küche und ein Ofensammlung untergebracht. Aber auch außerhalb des Museums findet man in Bech-Kleinmacher Zeugen der vergangenen Zeit, alte Türbögen, Häuser aus früheren Jahrhunderten, schöne Holztüren, von Handwerkern von damals kunstvoll hergestellt und von Handwerkern von heute liebevoll restauriert. Unweit des Possenhauses steht ein zu Ehren des hl. Willibrords errichtetes Denkmal, wo alljährlich eine Weinsegnung vorgenommen wird.

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Bous

Interessant sind in Bous die Überreste römischer Präsenz, Villen und Mosaikboden. Noch heute wird Bous oft als „Römisch-Bous“ bezeichnet. Wie Fundamente und Mosaikböden beweisen, befanden sich in Bous eine, wenn nicht mehrere römische Villen. Auch ein heidnischer Tempel auf dem Areal des heutigen Friedhofes zeugt von römischer Präsenz. Bis 1789 gehörte die Ortschaft zur Grafschaft Roussy (Rüttig). Die in der Nähe von Bous gelegene Herdermühle, die bereits im 9. Jahrhundert als die Siedlung „Herde“ erwähnt wird, gehörte ebenfalls zur Grafschaft. In den letzten Jahren verschmolz Bous durch Neubauten immer enger mit den anliegenden Orten. Als Winzerdorf ist Bous weniger bekannt.






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Ehnen

Der Ursprung Ehnens geht ins 8. Jahrhundert zurück. Allerdings bestand damals nur eine Burg, die auf einem Felsvorsprung stand. Lediglich der Lagenname und der Ortsteil „op der Borreg“ erinnern an den Bau. Ehnen dürfte zu den schönsten Moseldörfern zählen. Es gibt noch die engen, winkligen Gässchen, die um die runde Kirche, Luxemburgs einzige übrigens, laufen, und die lauschigen Eckchen, wo altersgraue Häuser mit den eingemauerten Torbogen einstiger Patrizier- und Klostersitze von vergangenen Jahrhunderten träumen. Im Januar 1974 erwarb der Staat das alte Winzerhaus des ehemaligen Weingutes Wurth und eröffnete Anfang 1978 dort ein Weinbaumuseum. Hier kann man das frühere Ehnener Eichamt sehen, eine antike Schmiede und eine Küferwerkstatt. Mit Bildern und Arbeitsgeräten wird das Winzerjahr dargestellt, vom Winterschlaf der Rebe, über Schädlingsbekämpfung und Lese, bis zur Weinzubereitung. Zurückverfolgt wird des Weiteren die Geschichte des Weinbaus bis in die Antike. Im Hinterhof des Museums ist ein Musterweinberg angelegt, mit den einheimischen Rebsorten und Tafeltrauben. Der bekannte Schriftsteller Nicolaus Hein wurde in Ehnen geboren.

 

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Ellange-Gare (Mondorf)

Die erste geschichtliche Erwähnung reicht in das Jahr 775 zurück. Am 17.03.1281 verlieh Graf Heinrich V. von Luxemburg der Ortschaft den Freiheitsbrief und die Stadtrechte. 1387 wird Mondorf von den Franzosen komplett zerstört. Das Städtchen sollte sich nie vollständig von der Verwüstung erholen. Erst 1846, als man am 15. Juni bei Bohrungen in 450m Tiefe eine ergiebige, salzhaltige Quelle stößt, beginnt für Mondorf eine neue Blütezeit mit der Geburt von „Bad Mondorf“. Berühmtester Sohn der Stadt ist der dort 1868 geborene John Grün. Dieser galt bis zu seinem Tod im Jahr 1912 als stärkster Mann der Welt. Obwohl Mondorf bis ins 19. Jahrhundert noch mehrere Winzerbetriebe und Weinberge besaß, kann man die Ortschaft nicht zur eigentlichen Weinstraße rechnen. Dafür ziehen die Mondorfer Thermal- und Parkanlagen alljährlich Tausende von Besuchern an. Außerdem besitzt der Ort seit 1983 das erste und bis heute einzige Spielkasino auf Luxemburger Boden.

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Erpeldange

Früher gehörte Erpeldingen, wie die umliegenden Orte, zu der Pfarrei Neunkirchen. Heute liegt außerhalb des Ortes noch der Friedhof, an jener Stelle, wo damals die für die umliegenden Dörfer zuständige Kirche stand. Erpeldingen kann man, wie einige andere Orte an der Mosel, nicht ausschließlich als Winzerdorf bezeichnen. Im Bousser Tal, am Fuss des Scheuerberges gelegen, bietet es ein ruhiges und gemächliches Dorfbild.GNU

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Grevenmacher

Mit etwa 3.000 Einwohnern ist die Bezirks- und Kantonalhauptstadt Grevenmacher der größte Ort der Moselgegend. Gallo-römischen Ursprungs, wie die Funde auf dem Grevenmacherberg zeigen, wurde die Stadt 1252 von Graf Heinrich V., dem Blonden, neu gegründet. Als erstes wurden kurioserweise die dicken Festungsmauern gebaut, in die hinein dann die Siedlung verlegt wurde. Durch ein Freiheitsversprechen lockte Graf Heinrich aus den umliegenden Orten Händler und Handwerker in die neue Stadt, die  schnell Ansehen und Reichtum gewann. Der heutige Kirchturm ist  das besterhaltene Gebäude aus dieser Zeit. Er stand genau in der Mitte der Siedlung und wurde als Wach- und Wehrturm genutzt. 1782 wurde die Kirche an den Wehrturm angebaut. Um den Stadtturm herum reihen sich die Häuser in kleinen Gassen. Hier findet man heute noch malerische Winkel, in den Höfen, hinter den hohen Toreinfahrten, oder alte merkwürdige Haustüren mit kupfernen  oder eisernen Klopfern und Griffen. An manchen Türen und Oberfenstern zeugen die gekreuzten Pestpfeile noch von der Seuche, die so oft in den Häusern gewütet hat. Die Stadtrechte sind nicht von der Bevölkerung erzwungen oder erkämpft worden, sondern wurden den Bürgern mit der Stadt vom Fürsten und Städtebauer geschenkt. Auch von anderen Übeln wurde der Ort nicht verschont. So gab es eine Ruhr-Epidemie Anfang des 19. Jahrhunderts, als beim Napoleonischen Rückzug ganze Schiffsladungen ruhrkranker Soldaten in Grevenmacher abgesetzt wurden. Die Krankheit griff auf die Stadtbevölkerung über und forderte 300 Opfer unter den 1.900 Einwohnern. Oder die größte Feuersbrunst, die 1822 fast die Hälfte der Stadt zerstörte. Trotz des Bahnanschlusses im Jahr 1890, blieb Grevenmacher lange Zeit in den alten Festungsmauern eingezwängt. Erst in den 30er Jahren wurden die ersten Häuser außerhalb der „Stadt“ gebaut. Bei wachsendem Wohlstand stieg die Zahl der Häuser außerhalb des alten Stadtkerns, und das Geschäftsleben verlagerte sich nach „draußen“. Als Weinort überregional bekannt ist Grevenmacher vor allem wegen seines Weinmarktes, der seit 1925 alljährlich am Osterdonnerstag stattfindet. Der erste und grösste Weinmarkt Luxemburgs zieht Kenner und Fachleute aus dem ganzen Land und aus den Nachbarländern an. Ein weiterer Höhepunkt des Winzerjahres in Grevenmacher ist das Traubenfest am zweiten Septembersonntag, mit einem farbenfrohen Umzug durch die Straßen der Stadt, der alljährlich Tausende von Gästen anlockt. Bei einem Aufenthalt in Grevenmacher sollte man es nicht verpassen, einen Spaziergang in die „Fels“ zu unternehmen, vorbei an der Kreuzkapelle durch die Weinberge der nördlichsten der großen Luxemburger Weinlagen. In Grevenmacher geboren wurde der bekannt Maler und Schriftsteller Franz Seimetz.

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Machtum

Das Winzerdorf Machtum liegt in der Rieslinggemeinde Wormeldingen und beherbergt die bekannten Lagen Ongkâf, Gëllebour, Widdem und Hohfels. Hier im Kanton Grevenmacher überwiegen Muschelkalkböden, welche rassige und elegante Weine erzeugen.
Das Panorama mit den sanft hügeligen Weinbergen und der beeindruckenden Moselschleife, das sich am besten von der deutschen Moselseite aus betrachtet, ist geradezu überwältigend. Doch auch beim Wandern durch die Weinberge um Machtum bietet sich dem Betrachter ein herrlicher Blick bis nach Ahn oder Grevenmacher. Die idyllische Erhabenheit dieser Landschaft hat sogar den luxemburgischen Dichter Batty Weber zum Schwärmen gebracht: „...dort, wo die Mosel einen Liebreiz entfaltet, der sich mit nichts vergleichen lässt.“
Die „Caves Jean Schlink-Hoffeld“ und die „Domaine viticole Pundel-Hoffeld“ bieten die Möglichkeit an, einzukehren und bei einer geselligen Weinprobe die hervorragenden Weine und Crémants zu verkosten.
Wer einen kleineren Hunger verspürt, kann sich ebenfalls in der „Wäistuff Deisermill“ der „Caves Jean Schlink-Hoffeld“ oder im „Café La Grotta“ gemütlich bedienen lassen. Für den grossen Hunger sind 2 Restaurants, das „Chalet de la Moselle“ und die „Auberge du Lac“ in Machtum zuständig.
Für moseltypische Unterhaltung der besonderen Art sorgt das „Weinhappening“ Mitte August. Hier wird sonntags die Nitteler Rochuskirmes mit dem „Meechtemer Wäischmaachen“ verbunden, d.h. die Besucher können per Schiffspendeldienst beide Feste miterleben. In Machtum werden Weinproben, Essen und Trinken, Tanzmusik, Bilderausstellungen, Kunsthandwerkermarkt, Animationen für Kinder und vor allem gute Stimmung geboten.
Beim „Riesling Open“ hat man die Gelegenheit, am dritten Wochenende im September fast alle Winzer der Rieslinggemeinde zu besuchen und ausserdem gute Chancen auf eine Begegnung mit der frisch gekrönten Rieslingkönigin. Das Luxusschiff „Marie Astrid“ pendelt zwischen Ehnen, Wormeldingen, Ahn und Machtum hin und her, verschiedene Instrumentalgruppen sorgen für musikalische Abwechslung und die meisten Winzer bieten unterschiedliche Gerichte bei ihren herrlichen Tropfen an.
Kurz gesagt: Machtum hat für jeden das Passende parat.  

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Niederdonven

Der Ursprung Niederdonvens geht bis in die Keltenzeit zurück. Urkundlich wird das Dorf 959 erstmals erwähnt. Bis ins 17. Jahrhundert wird kein Unterschied zwischen Ober- und Niederdonven gemacht. Erst in einem Schriftstück von 1636 kann man nachlesen, dass Oberdonven 9 Haushaltezählt und Niederdonven 24 Haushalte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Dorf völlig ausgestorben. Erst langsam siedelten sich wieder Bewohner in der Gegend an. Mitte des 19. Jahrhunderts war Niederdonven eines der ärmsten Dörfer des Landes. Nur zögernd entstieg der Ort der Not, dank der neuangelegten Weinberge. Das Wahrzeichen des Ortes ist die Pfarrkirche, die hoch über der Ortschaft steht und von weit her sichtbar ist. Die heutige Kirche aus dem frühen 19. Jahrhundert ist die dritte der Pfarrei. Die erste Pfarrkirche stammte aus dem 16. Jahrhundert.




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Remerschen

Urkundlich wird Remerschen erst 963 erwähnt. Die Flurnamen „Keep“ und „Alerbach“ lassen allerdings auf eine frühe keltische Besiedlungszeit schliessen, ebenso wie die Lagenbezeichnungen „Mecheren“ und „Mees“ Zeugnis der römischen Präsenz ablegen. Vom Weinbau während der Römerzeit zeugt ein prächtiger Sarkophag, der 1852 im Ort gefunden wurde. Auf der Bodenseite befindet sich ein Relief mit Reben- und Traubenmotiven. Die privilegierte Lage des Ortes führte dazu, dass er öfters ins Kriegsgeschehen einbezogen wurde. So etwa im Jahr 882 als räuberische Normannen die Ortschaft heimsuchten. Die 1766 erbaute Kirche steht unter Denkmalschutz und ist bis heute das Wahrzeichen des Ortes. Der Glockenturm soll, in seinem unteren Teil, früher als Wach- und Wehrturm gedient haben. Im Chor der Kirche entdeckte man 1908, als die Kirch restauriert wurde, die vom mährischen Maler Ignaz Millim geschaffenen Fresken. Sie waren übertüncht worden. Als 1948 das Gewölbe der Kirch repariert werden sollte, stellte man fest, dass die Decke sich in der Mitte um 35 bis 40cm gesenkt hatte. Nach dem Umbau wurde das Fresko vom Luxemburger Kunstmaler E. Goergen an der neuen Rabitzdecke angebracht.

Wie fast alle Moseldörfer wurde auch Remerschen in der Mitte des 19. Jahrhunderts schwer von der Cholera heimgesucht. 92 Einwohner fielen damals der Seuche zum Opfer.

„Markusberg“, „Kreitzberg“ und „Felsberg“ sind die Namen berühmter Weinlagen. Ein Anziehungspunkt, besonders für Naturfreunde, sind die außerhalb des Ortes in Richtung Moselufer gelegenen Baggerweihern, ein Naturschutzgebiet, wo sich im Lauf der Jahre eine reiche Fauna angesiedelt hat. Die Weiher verfügen ferner über eine umfangreichen Sportinfrastruktur, sind umgeben von Wanderwegen, Nordic Walking Pisten  und garantieren gesunde Freizeitbeschäftigungen für die ganze Familie.

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Remich

Remich ist ohne Zweifel eine der bekanntesten Ortschaften der luxemburgischen Mosel. Jeden Sonntag genießen zahlreiche Besucher einen gemütlichen Spaziergang auf der schattigen Uferpromenade oder durch die verwinkelten Gässchen des Ortes. Der Ursprung Remichs geht in die Römerzeit zurück. Schon sehr früh war der Ort ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein reiches Handelszentrum am linken Moselufer. 852 fand in der Nähe von Remich eine wilde Schlacht zwischen den von Norden einfallenden Wikingern und dem Heer des Bischofs Walo von Metz statt, die von den Normannen gewonnen wurde. Die Wikinger plünderten den Marktflecken Remich, zogen sich dann über die Mosel nach Norden zurück. Von den ehemaligen Türmen ist allein der Alte Nikolausturm erhalten geblieben. Bei Angriffen suchten die Remicher jetzt eher Zuflucht in der uralten Dekanatskirche. Im 18. Jahrhundert wurde sie durch ein neues, in heiterem Barock errichtetes Heiligtum ersetzt. Der gewichtige, auf dem Fundament eines römischen Wachtores errichtete Glockenturm mit seinen anderthalb Metern dicken von Schiessschachten durchbrochenen Mauern erinnert heute noch an die kriegerischen Zeiten. Die St. Nikolaus-Pforte ist noch ein Überrest der Befestigungsanlage aus dem Mittelalter, die 1867 geschleift wurde. Nach dem Dreißigjährigen Krieg zählte Remich nur noch 21 bewohnte Häuser. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde Remich erneut verwüstet, diesmal auf Anordnung des englischen Heerführers Marlborough. Unter österreichischer Herrschaft kehrte dann endlich Frieden ins Moseltal und in Remich ein. Ein Kuriosum der Remicher Weinbaugeschichte ist die Tatsache, dass die Winzer sich Mitte des 18. Jahrhunderts einfallen ließen, Gemüse und Obstbäume in ihren Weinbergen anzupflanzen. Erst der Generalgouverneur der Niederlande, Graf Karl von Koblenz hat diesem Missbrauch durch eine Verordnung vom 01.April 1765 ein Ende gesetzt, indem er die Ausrottung der Bäume in den Weinbergen anordnete. Aufgrund der großen, wirtschaftlichen Schwierigkeiten flüchteten Anfang der 19. Jahrhunderts viele Remicher vor der Not und wanderten nach Amerika aus, besonders in den Jahren 1846 und 1847. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden etliche Weinhandlungen gegründet, die zum größten Teil auch noch heute arbeiten. Heute ist Remich ein angenehmes Städtchen, das vor allem vom Tourismus lebt. Die Esplanade entlang dem Moselufer ist ein beliebtes Ausflugsziel.

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Schengen

Ein Rückblick auf die Vergangenheit des Ortes zeigt, dass die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Schengen aus dem Jahr 877 stammen. Ob der Ort schon früher bestanden hat, lässt sich urkundlich nicht nachweisen. In der Schengener Umgebung wurden jedoch Grabstätten aus der Bronzezeit gefunden.

Wahrzeichen des Ortes ist das alte Schloss aus dem 12. Oder 13. Jahrhundert. Am 05.11.1390 wird es zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Lauf de folgenden Jahrhunderte wechselte das Schloss mehrmals den Besitzer. 1792 machte Johann Wolfgang von Goethe hier Station und 1871 wurde es von Victor Hugo bewohnt. Sein letzter Eigentümer ließ es im ausgehenden 19. Jahrhundert bis auf einen Turm abreißen und wieder neu errichten. Im Jahr 2000 wurde das Schloss zu einem modernen Konferenzzentrum umgebaut.

1909 wurde die erste Moselbrücke in Schengen eingeweiht. Bis dahin hatte lediglich eine Fähre mit der anderen Flussseite kommuniziert. Am 15.09.1939 wurde die Brücke von deutschen Pionieren gesprengt. Zwanzig Jahre mussten die Schengener auf ihre neue Brücke warten, die schließlich am 24.10.1959 eingeweiht wurde und dem 1947 wiedereingeführten Fährbetrieb ein Ende setzte. In den 90er Jahren wurde Schengen europaweit bekannt durch die Abkommen, die seinen Namen tragen und die ein Meilenstein in der Geschichte der Europäischen Union darstellen.

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Stadtbredimus

Die Ortschaft Stadtbredimus, deren Wurzeln bis zu den Kelten zurück reichen, kann ebenfalls auf eine bemerkenswerte römische Vergangenheit zurückblicken. So verband eine römische Brücke, an deren Existenz noch ein gut restaurierter Pfeiler erinnert, Stadtbredimus mit Palzem (D). Stadtbredimus besitzt eine der drei Moselschleusen und ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert. Von den ursprünglichen Gebäuden bestehen heute nur noch bescheidene Reste in der Kapelle und am Eingangstor. Der Rest wurde 1724 in verwahrlostem Zustand abgerissen und neu aufgebaut. Gäste des Hauses waren unter anderem die Brüder der französischen Königs Louis XVI., die später als Louis XVIII. und Charles X. den französischen Thron bestiegen. 1802 kaufte die Familie de la Fontaine den Bau. Der berühmte Nationaldichter Edmond de la Fontaine, genannt Dicks zog erst 1858, nach seiner Heirat, in das Schloss ein und errichtete eine Weberei mit etwa 50 Webstühlen in Remich. Allerdings war Dicks kein Geschäftsmann und verlor fast sein ganzes Vermögen durch dieses Unternehmen. Nach seiner Ernennung 1867 zum Bürgermeister von Stadtbredimus, und nach der Abgabe dieses Amtes drei Jahre später, kehrte Dicks 1881 in die Magistratur zurück. Am 05. Januar 1881 wurde er zum Friedensrichter des Kantons Vianden ernannt, was ihn veranlasste seinen Wohnsitz ins Ourstädtchen zuverlegen, wo er bis zu seinem Tod am 24.06.1891 blieb. Zwei Jahre später wurden seine sterblichen Überreste ins Familiengrab nach Stadtbredimus überführt. Auch der Schriftsteller Batty Weber verbrachte die meisten Jahre seines Lebens in Stadtbredimus. 1865 kam er im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern an die Mosel, wo er Edmond de la Fontaine kennenlernte. Batty Weber starb kurz nach seinem 80. Geburtstag. Er hinterließ eine Anzahl Theaterstücke, Gedichte und Revuen. Heute befindet sich das Schloss im Besitz der Vinsmoselle.

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Wellenstein

Viel Wert auf seine Vergangenheit legt auch Wellenstein, dass etwa 1 km vom Moselufer entfernt inmitten der Weinberge liegt. Das Dorf sollte man von Remich oder Mondorf aus anfahren, um vom Scheuerberg aus die herrliche Sicht über Weinberge und alte Winzerhäuser zu genießen. Zur Pfarrei wurde Wellenstein erst 1808. Allerdings besaß das Dorf schon seit Jahrhunderten eine heute verschwundene Kapelle, die der heiligen Anna gewidmet war, und in der sich drei Altäre und drei Kelche befanden. Der Pfarrer von Remich war verpflichtet einmal in der Woche die Messe in der Kapelle zu lesen. Um 1740 baute sich ein Einsiedler neben der Kapelle eine Klause. Laut Urkunden handelte es sich um einen gewissen J.J. Hoffmann. 1783 verließ der letzte Eremit die Klause. Der Dorfkern wurde hübsch restauriert, so dass der Dorfplatz, auf dem jeden Sommer eine Bauernkirmes in alter Art abgehalten wird, zu den schönsten des Landes gehört.



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Wintrange

Wintringen ist ein Dorf, das vor allem Weinkenner anzieht. Das kleine Renaissance Schloss, das um 1600 von Alexandre de Musset erbaut wurde, befindet sich in Privatbesitz und kann daher leider nicht besichtigt werden. Sehenswert ist in Wintringen die Glasmalerei von F. Gillen in der Ortskirche, wo sich auch der alte Altaraufsatz (1609) aus der ehemaligen Kapelle befindet. Die Hauptlage des Ortes ist der Felsberg, mit der Donatus-Statue auf seiner Anhöhe ist nicht nur das Wahrzeichen von Wintringen, sondern gleichzeitig die beste Lage des Ortes.

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Wormeldange

In einem Vertrag vom 1. Januar 909 wird Wormeldingen zum ersten Mal erwähnt. Doch bereits lange davor wohnten Menschen in dieser Gegend, wie aus verschiedenen Funden hervorgeht. 1718 wird der Ort zur Pfarrei. Ende des 19. Jahrhunderts öffnet sich Wormeldingen mit dem Bau der Moselbrücke, die 1890 dem Verkehr übergeben wurde, dem Ausland. 1924 wird die St. Donatus – Kapelle auf der „Koepp“ errichtet, die zum Wahrzeichen des Ortes werden sollte. In Wormeldingen stößt man auf eine mundartliche Merkwürdigkeit, die im Luxemburger Sprachgebiet wohl einzigartig ist: die Sprache wird gesungen. Man spricht hier mit dem Kehlkopf. „Gaescht daeu dan och mat op de Berreg?“ Unangefochten steht die Koeppchen an erster Stelle der Wormeldinger Lagen. Wormeldingen wird besonders für seine Rieslinge geschätzt, die als die besten des ganzen Weinbaugebietes gelten. Ein großer Teil des Weinbauareals ist deshalb mit Riesling-Reben bepflanzt.


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